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Virologie

Faszinationsgedanken

Ich arbeite gerade an meiner Fachbereichsarbeit über humanpathogene Viren. Ich find Viren interessant; viel interessanter als Bakterien. Vielleicht weil sie so einfach gebaut sind und trotzdem gefährliche Krankheiten auslösen können - okay, Bakterien sind auch einfach gebaut. Dann schon eher weil sie einfach ein Rätsel sind. Ich mein, sind sie Lebewesen oder nicht? Wie sind sie entstanden? Aus einem verloren gegangenen Bakterienplasmid? Sind sie nur "Abfall"? Mutierter Abfall?
Und gegen Viren hat man auch fast keine Medikamente; eben weil sie keine Lebenwesen sind und da sie unglaublich schnell mutieren und somit einige Medikamente im nächsten Jahr wieder total unnütz sind. Impfungen, die man jährlich wiederholen muss, wie z.B. die Grippeimpfung. Polioimpfungen sind wenigstens sicher, da es nur 3 Arten von Polioviren gibt, es mutiert also kaum. Zusätzlich werden Hemmer hergestellt, die virale Proteine daran hindern wollen, die Replikation einzuleiten oder fortzuführen. Aber so wirksam sind diese Hemmer doch nicht, da sie eher nur zu Beginn einer Infektion helfen. Viren vermehren sich exponentiell, kaum aufzuhalten.
Besonders faszinierend find ich die Familie der Herpesviren. Nach der Erstinfektion bleiben sie im Organismus. Ihre Genome bleiben latent in den Zellen vorhanden und können im Falle einer Immunsuppression wieder reaktiviert werden. Diese Latenz erfolgt aber nicht aufgrund einer Integration des viralen Genoms ins Wirtsgenom, z.B. wie bei den Retroviren, sondern die virale DNA schließt sich zu einem Ring zusammen und bleibt in der Zelle. Da fragte ich mich: "Ringschluss?" Ich weiß, dass der Ringschluss charakteristisch für den lysogenen Vermehrungszyklus der Viren ist, aber dennoch erinnert er mich immer wieder an das Genom der Prokaryoten.

Aber nun genug davon, ich muss weiter FBA schreiben~
8.2.07 18:11


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